Arbeitshölle Landwirtschaft


“Was?! Ich dachte nur Schweine und andere Masttiere werden gezwungen, Fleisch in schmutzigen, überfüllten Fabriken zu produzieren. Diese Leute hier schuften für einen Hungerlohn – sieht aus als hätten sie seit Tagen nichts gegessen. Da ernten, sortieren und verpacken sie das Essen für die reichen Konsumenten. Und viele Kinder arbeiten hier. Bestimmt wären diese Leute viel glücklicher und gesünder, hätten sie ihr eigenes Land um darauf anzubauen und zu spielen.”

Die Landwirtschaft wird neben der Bergbau- und Bauindustrie zu den drei riskantesten Industriesektoren gezählt. Die neuen Arbeitsplätze entstehen generell im Exportsektor, etwa im Gemüseanbau und der Verpackung. LandarbeiterInnen besitzen weder das Land auf dem sie arbeiten, noch benutztes Werkzeug und Ausrüstung. Sie werden oft sehr geringfügig entlohnt, weitaus gefingfügiger als IndustriearbeiterInnen. Millionen dieser LandarbeiterInnen leben unter der Armutsgrenze. Oft können sie es sich nicht leisten, von ihrer meist zeitlich begrenzten Arbeit genug Essen zu kaufen. Außerdem wird die Landwirtschaft neben der Bergbau- und Bauindustrie zu den drei riskantesten Industriesektoren gezählt. Gefährliche Maschinen, von Nutztieren übertragene Krankheiten und der Kontakt mit giftigen Pestiziden gehören zu den Risiken.

Von den geschätzten 246 Millionen Kindern, die zur Arbeit gezwungen werden, sind mehr als 170 Millionen (70%) in der Landwirtschaft tätig. Oftmals arbeiten sie mehr als 10 Stunden am Tag für weniger als 1$. Arbeitgeber bevorzugen Landarbeiterinnen, weil sie sie als unausgebildete Arbeitskräfte ansehen, die Niedriglöhne und Mehrarbeit ohne Beschwerden akzeptieren und nur selten Gewerkschaften beitreten oder für ihre Rechte kämpfen.

Gewerkschaften genießen in der Landwirtschaft sowieso wenig Anerkennung. Sie bekommen kaum politische Unterstützung und Leute, die ihnen beitreten wollen, werden oft bedroht oder entlassen. Dies gilt für LandarbeiterInnen, FabrikarbeiterInnnen, bis hin zu RegalfüllerInnen im Supermarkt. Gewöhnlich besteht die Mitarbeiterschaft aus zeitlich begrenzt angestellten, jungen Leuten, was die Organisation und den Kampf für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen besonders erschwert.

Quellen:
‘Agriculture Workers and their Contribution to Sustainable Agriculture and Rural Development’, gemeinsamer Bericht von FAO (UN Food and Agriculture Organisation), ILO (International Labour Organisation) und IUF (International Union of Food Association)
'Cheap but not so cheerful'
www.guardian.co.uk/supermarkets/story/0,,2033346,00.html