Fleisch frisst Felder und Gesundheit


Land
Bauern/Bäuerinnen müssen für eine wachsende Weltbevölkerung produzieren, doch den Wunsch von etwa 5 Milliarden Menschen nach mehr und mehr Tierprodukten kann die Landwirtschaft einfach nicht befriedigen. Von 1950 bis 2006 ist die Weltbevölkerung von 2,7 Milliarden auf 6,3 Milliarden um 233% angestiegen. Gleichzeitig ist der Fleischkonsum von 47 Millionen Tonnen auf 260 Millionen Tonnen um 553% gewachsen. Der Verzehr von Milch und Eiern ist ebenfalls gestiegen. In jeder Gesellschaft in der das Einkommen steigt, steigt auch der Fleischverbrauch, obwohl dies eine sehr ineffiziente Ernährungsweise darstellt.

Die Effizienz mit der Tiere Getreide in Proteine umwandeln, ist von Art zu Art verschieden. Für die Produktion von 1 kg Fleisch braucht es im Durchschnitt 7kg Getreide, bei Rindern jedoch sind es 16 kg. Für Schweine ist das Verhältnis knapp 4:1, für Geflügel etwas mehr als 2:1 und für Fisch beträgt das Verhältnis etwas weniger als 2:1. Um ein Kilo Rindfleisch herzustellen benötigt man ungefähr 100mal mehr Energie als für die Produktion eines Kilos Kartoffeln. Die Fleischproduktion setzt auch die knappen Wasserressourcen unter Druck: Für ein Kilo Rindfleisch braucht man 15 m3 Wasser, während Weizen mit 0,4 bis 3 m3 auskommt.

2005 wurden weltweit 220 Millionen Tonnen Soja produziert. Davon wurden nur 15 Millionen direkt konsumiert. 144 Millionen Tonnen Sojamehl wird Rindern, Schweinen, Hühnern und Fischen verfüttert. Neben Soja enthält Tierfutter Mais und andere energiereiche Getreidesorten, die allesamt aus den Monokulturen der Agrarindustrie stammen.

Durchschnittlich verbraucht ein US-Bürger 800 kg Getreide pro Jahr. Von diesen 800 kg werden gerade 100 kg als Essen aufgenommen, die anderen 700 kg werden indirekt durch Tierproteine konsumiert. Bei einem weltweiten Verbrauch diesen Niveaus würde die jährliche Ernte von 2 Milliarden Tonnen Getreide 2,5 Milliarden Menschen ernähren. Auf dem italienischen Niveau (400 kg pro Person) könnte die derzeitige Ernte 5 Milliarden Menschen ernähren. Würde jeder Mensch nur die 200 kg Getreide konsumieren, die im Durchschnitt in Indien pro Person verzehrt werden, könnte die Welternte 10 Milliarden Menschen ernähren.

Quellen: Brown 2006
Milieudefensie “Voer tot nadenken”

Gesundheit
schwein: “Mensch, all diese Leute sind ja total übergewichtig. Sie haben die größte Auswahl der Welt und doch... Wo liegt das Problem? Es überrascht vielleicht nicht so sehr, wenn man bedenkt, wieviel von uns Tieren sie essen. Hoher Fleischkonsum kann niegut sein. Lustig mitanzusehen, wie sie faul mit dem Auto fahren, um ihr Fleisch einzukaufen. Die verstehen aber auch gar nichts, oder?”

In den Industrieländern sind lebensstilbedingte Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel und Blutdruck, Herzkrankheiten und Krebs weit verbreitet. Es gibt eine Vielzahl von Studien, die zeigen, dass VegetarierInnen für solche Krankheiten weniger anfällig sind. Trotzdem werden Fleisch, Wurst und Fisch noch immer als Teil der normalen Ernährung angesehen. Der Mythos, diese Nahrungsmittel seien besonders gesund und wertvoll, ist noch immer weit verbreitet und selbst MedizinerInnen halten an ihrem Glauben fest, Fleisch sei ein entscheidender Faktor in der Ernährung. Manche behaupten, der moderne Mensch müsse Fleisch zu sich nehmen, weil er dies schon vor 2 Millionen Jahren tat. Dabei wurden jegliche Schwierigkeiten der Nährstoffaufnahme durch anderes Essen vor 10 000 Jahren durch die weitverbreitete Einführung der Landwirtschaft aus dem Weg geräumt.
Genau gesagt ist das Problem heute eher umgekehrt – viele Menschen essen zu viele Kalorien und leiden an ihrem Übergewicht. Die moderne Landwirtschaft erfüllt alle Vorraussetzungen für eine rein pflanzliche Ernährung. Es gibt keine gesundheitsfördernden Elemente in Fleisch, welche man nicht auch in einer gesunden veganen oder vegetarischen Ernährung zu sich nehmen könnte. Ganz im Gegenteil: In heutigen Modellen der Epidemologie wird ein geringer Gemüseanteil in der Ernährung als Risikofaktor für Krebserkrankungen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen angesehen. Um für diese Erkrankungen künstlich hergestellte Heilmittel zu finden und an Versuchstieren zu erproben, gibt die Pharmaindustrie jährlich Millionen aus. Offensichtlich wäre es gesünder und billiger, würden wir einfach alle aufhören Tierprodukte zu essen.

Eine fleischhaltige Ernährung konfrontiert uns außerdem mit möglichen Lebensmittelvergiftungen. In betroffenem Fleisch finden sich weltweit wütende Pathogene wie Salmonellen, Campylobacter, E-coli und BSE. Derzeit droht sich die Vogelgrippe auszubreiten während es dafür keine wirklichen Gegenmittel gibt. Die WHO (World Health Organization) gibt der “intensiven Geflügelproduktion” die Schuld für einen möglichen Ausbruch. Der Vorstand des Zentrums für Krankheitseindämmung von Thailand vertritt die Auffassung: “Die Welt hat keine Ahnung was da auf sie zukommt, falls dies passiert. Wann, genau gesagt. Wann ist die Frage. Ich glaube nicht, dass wir uns den Luxus des Wortes 'falls' noch erlauben können.”