G8-Aktion: Soja füttert Schweinefabriken - wer füttert Südamerika?

Vor dem Beginn des G8-Gipfels in Heiligendamm hat die Aktionsgruppe "Liberate!" die acht Großen der industriellen Schweinezucht, die dem niederländischen Schweinezüchter Straathof angehören. Eine klare Botschaft ziert nun die Wände der Schweinefabrik: Smash G8, Liberate!
Augenzeugen der Aktion konnten beobachten, wie acht Schweine in die Freiheit entkamen.

Mit dieser Aktion wollen die Aktivisten auf den Wahnsinn des industriellen Landwirtschaftssystem aufmerksam machen, für das die G8 Länder die
Hauptverantwortung tragen. Aktivistin Bettina Wertheimer erklärt:
"Schweinefabriken wie diese sind beispielhaft für dieses System.
Einerseits verursachen sie in Europa die massenhafte Ausnutzung und Schlachtung
zahlloser Tiere, Umweltverschmutzung und Krankheiten.
Andererseits werden Millionen von Schweinen, Hühnern und Kühen mit (hauptsächlich genmanipulierter) Soja aus Südamerika gefüttert. Dort führt dies zu einer Verschärfung von Umweltproblemen und sozialen Konflikten wie mit Gewalt geführten Landkonflikten und Entwaldung."

Industrielle Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Die in der Nähe des Dorfes Wendisch Priborn (bei Plau am See) neu eröffnete Schweinefabrik 'Quickhof Wendisch' gehört dem Schweineriesen Straathof.
Straathof besitzt mehrere Schweinefabriken in Deutschland und den Niederlanden. Eine weitere Anlage von Straathof - mit 10 000 Schweinen - verursachte jahrelangen
Protest bei Ortsbewohnern und Umweltschützern. Im Sommer 2006 wurden Haufen mit in der Sonne verrottenden Schweinekörpern gefunden. Straathof beantragte auch schon den Bau einer weiteren umstrittenen Farm in der Nähe von Alt-Tellin (in der Nähe von Demmin). Dieses Mal für 10 000 Sauen, die im Jahr bis zu 250 000 Ferkel werfen können. Mecklenburg-Vorpommern ist auf dem schnellsten Wege, die Abladestelle für Tierfabriken aus Ländern wie den Niederlanden und Dänemark zu werden, die bei sich nicht mehr weiter expandieren können. Die Politik der
mecklenburg-vorpommerischen Regierung fördert, unterstützt mit Mitteln der EU, die Ausweitung solcher industrieller Landwirtschaft, obwohl diese nur wenige
Arbeitsplätze schaffen, dafür aber viel Verschmutzung für die betroffenenen
Gemeinden.

Sojaproduktion in Südamerika

Südamerika produziert das Soja, das in der Europäischen Tierindustrie verfüttert
wird. Soja-Monokulturen mit dem gentechnisch veränderten RoundupReady Soja schafft keine Arbeitsplätze. Im Gegenteil, sie führen zu Entwaldung, Bodenkonflikten und Gesundheitskrisen, verursacht durch die intensive Besprühung mit dem Herbizid
Roundup (Glyphosaat), das alles, was nicht die entsprechende Sojapflanze ist,
vernichtet. Roundup verschmutzt ebenfalls Wasser und Luft und zerstört die
Nahrungspflanzen auf benachbarten Feldern.

Ausbeutung der Tiere

Für den Fleischkonsum werden Millionen von Tieren jedes Jahr geschlachtet. In Europa und den USA ist die Fleischproduktion stark industrialisiert, damit große Mengen an billigem Fleisch produziert werden können. In Europa werden jährlich 151 Millionen Schweine großgezogen und gemästet in nur jeweils sechs Monaten - und dann geschlachtet. Die Aktionsgruppe hält fest, dass es keine moralische Rechtfertigung für das Töten von Tieren gibt.

In Aktion

Die fürchterliche Tierindustrie provoziert wachsenden Widerstand der Bevölkerung.
Die Aktionsgruppe Liberate! ermutigt alle, aktiv zu werden gegen diese Industrie,
damit sie nicht weiter expandiert wie hier in Mecklenburg-Vorpommern.

(Ende der Pressemitteilung)

Weitere Informationen:

Die befreiten Schweine sind für Telefoninterviews erreichbar. Druckbare Bilder
werden auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Contact: (+49) 015 207 682 938 oder per
email: liberate8@gmail.com

Eine gute Informationsquelle zu Soja und industrieller Schweinemast: www.pig8soy.org