Giftspritze Soja-Monokultur
schwein: “Oink, pass auf! Das Flugzeug, das da so niedrig über Felder und Häuser fliegt, ist am spritzen! Igitt, was für ein Gestank. Pestizide nicht nur auf den Feldern sondern auch im Kleingarten. In den Häusern der Leute. Alle atmen es ein. Deshalb hab' ich hier so viele Kranke gesehen. Menschen haben nicht nur keinen Respekt für Tiere, sie vergiften sich auch noch gegenseitig. Wie barbarisch!”
Nicht nur Roundup, sondern ein vielfältiges Gemisch von Agrochemikalien wird auf Soja-Monokulturen gespritzt. Die weitflächige, sorglose Benutzung dieser Pestizide hat zerstörerische Auswirkungen auf benachbarte Felder sowie die Luft- und Wasserqualität. Sie kann auch zu dramatischen Gesundheitsproblemen führen. Während der Anbaumonate leiden die Leute in ländlichen Gemeinden an Kopfweh, Durchfall und Hauterkrankungen. In den Dörfern, die von Sojafeldern eingeschlossen sind, sind Krebs, Fehlgeburten und Geburtsfehler allgegenwärtig.
In Argentinien und Paraguay wurden Projekte initiiert, die diesem Spritzmitteleinsatz Widerstand leisten. In Paraguay wurden zwei Sojaproduzenten verurteilt nachdem sie den 11jährigen Silvino Talavera durch sorglose Ausbringung zwei mal mit RoundupReady-Glyphosat eingedeckt hatten, was dessen Tod bewirkte. Bis es zu diesem Urteil kam, musste Silvinos Familie extreme Formen der Einschüchterung ertragen, von vergifteten Tieren bis hin zur Ermordung seines Onkels. (siehe www.silvinotalavera.phy.ca)
In Argentinien haben Gruppen aus Stadt und Land eine Aktion mit dem Namen 'Paren de Fumigar' (Stoppt den Spritzmitteleinsatz) ins Leben gerufen, als bekannt wurde wie viele AnwohnerInnen von Sojafeldern an Haut- und Lungenerkrankungen, Tumoren und Krebs leiden. Nach offizieller Untersuchung der Gesundheitssituation in einer Gemeinde bei Cordoba schlussfolgerten die Forscher, die Gegend sollte als unbewohnbar erklärt werden. In anderen Städten fanden sie eine “sehr signifikante Häufung” von Krebs und Missformung.
Laut der Gruppe 'Paren de Fumigar' wurden auf die letzte Ernte von 15,5 Millionen Hektar Soja 160 Millionen Liter Glyphosat gespritzt – sechs mal mehr als vor 10 Jahren. Es wird in unmittelbarer Reichweite von Häusern gespritzt. Schutzzonen um Städte wie z.B. Waldstücke oder Weideland sind verschwunden. Der massive Spritzmitteleinsatz zwingt KleinlandbesitzerInnen in der Nähe von Plantagen ihr Land zu verlassen oder zu verkaufen, da ihre Ernte vernichtet wird, ihre Tiere sterben und wegen der Verschmutzung der Luft und des Wassers ernsthafte Gesundheitsprobleme auftreteten.
quellen: Report “Paraguay Sojero”, www.aseed.net,
http://ipsnews.net/news.asp?idnews=35511